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Bedeutung Berliner Bildungsprogramm
ACHTUNG:
- Wir sind als Kita verpflichtet, nach dem Berliner Bildungsprogramm zu arbeiten.
Das Berliner Bildungsprogramm ist ein Plan für die Erziehung und Bildung von Kindern im Alter von 0 bis 6 Jahren in Berlin. Es beschreibt, welche Fähigkeiten, Kenntnisse und Erfahrungen Kinder in dieser Zeit sammeln sollten, um sich gut auf ihr späteres Leben vorzubereiten.
Das Programm betont die Bedeutung von Spiel und Erforschung für die kindliche Entwicklung. Es betont auch die Wichtigkeit von sozialen Beziehungen, emotionaler Entwicklung und kultureller Vielfalt.
Das Berliner Bildungsprogramm soll sicherstellen, dass alle Kinder in Berlin die gleichen Chancen auf eine qualitativ hochwertige frühkindliche Bildung und Erziehung haben. Es gibt Empfehlungen für Eltern, Erzieherinnen und Erzieher, um Kinder bestmöglich zu unterstützen und zu fördern.
Das Berliner Bildungsprogramm, auch in französischer und englischer Sprache kann hier heruntergeladen werden:
https://www.berlin.de/sen/bildung/schule/bildungswege/fruehkindliche-bildung/
Das Berliner Bildungsprogramm ist als konzeptuelle Grundlage nicht verhandelbar. Von allen pädagogischen Fachkräft:innen wird erwartet, dass Sie die jeweils aktuelle Fassung des Berliner Bildungsprogramms kennen und verstanden haben. Es befindet sich als Printversion in jeder Einrichtung und ist von allen pädagogischen Fachkräften unaufgefordert in der jeweils neuesten Fassung zu lesen. In der regelmäßig stattfindenden internen Evaluation prüfen wir, inwieweit die Umsetzung schon erfolgt ist und wo es Nachbesserungsbedarf gibt. Kritik am Berliner Bildungsprogramm ist selbstverständlich erlaubt, ebenso die Ergänzung mit selbstgewählten Schwerpunkten.
Die Auslegung der teilweise sehr allgemein gehaltenen Inhalte erfolgt auf pädagogischen Teamsitzungen, auf Teamtagen (Pädagogisches Team/Teamsitzung/Teamberatung) und im Rahmen der internen Evaluation (Interne Evaluation).
Wer will weitere Infos zum BBP? Den Background gibt's hier....
Das Berliner Bildungsprogramm wurde von der Senatsverwaltung für Jugend, Bildung und Wissenschaft - Berlin für die Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern in Tageseinrichtungen bis zu ihrem Schuleintritt konzipiert. Genauer gesagt, wurde das BeKi damit beauftragt, ein Institut, das als einzigen Kunden eben jene Senatsverwaltung hat.
Wir blicken nochmal zurück auf „unsere“ Geschichte:
Ende des 19. Jahrhunderts schon ist das bis dahin bestehende Ganztagsschulsystem durch das noch heute dominierende Halbtagsschulsystem abgelöst worden. Der Kindergarten in (West-)Deutschland steht noch immer in der Tradition des Fröbelschen Kindergartens, der für wenige Stunden täglich rein zur pädagogischen Ergänzung für die Kinder bürgerlicher Familien geschaffen wurde.
Dies wurde in der BRD auch beibehalten, unter anderem um die Abgrenzung vom Nationalsozialismus deutlich zu machen und jede Annäherung an die Idee der „Gleichschaltung“ im Keim zu ersticken. Daher auch die Zurückhaltung des Staates in Erziehungsfragen: Das Erziehungsrecht der Eltern und die Trägerhoheit sind zu achten und zu fördern. In der DDR gab es eine andere Entwicklung: Ganztagskitas waren in der DDR weit verbreitet, fast 90% der Frauen in der DDR waren berufstätig.
So kommt es, dass es neben den sog. Eigenbetrieben der Stadt ziemlich viele unterschiedliche Arten von Kitas in Berlin gibt, z.B.:
Der Kinderladen: Die ersten Kinderläden entstanden in den 1960er Jahren aus der Kritik an der herrschenden autoritären Erziehung, die nach Auffassung der Kinderladengründer unter anderem eine Anfälligkeit für nationalsozialistische Propaganda beförderte Vor allem Studentinnen funktionierten leerstehende Ladenräume in selbstverwaltete, alternative Kindergärten um, in denen neue Formen der Erziehung ausprobiert werden konnten. Oftmals wurden diese Kinderläden mit Möbeln vom Sperrmüll eingerichtet und personell auf das ehrenamtliche Engagement von Eltern und Freunden gestützt.
Christlicher Kindergärten entstanden ab 1779 und entwickelten sich aus der christlichen Hilfe für Waisenkinder. Daraus entwickelte sich ein Erziehungs- und Bildungsgedanke mit dem Fokus auf christlicher Nächstenliebe, bei dem sich der pädagogische Blick verstärkt auf das Kind richtete. In diesen Kindergärten sieht die Kirche ihre Chance, zu missionieren, also bereits den jüngsten Gemeindemitgliedern den christlichen Glauben zu vermitteln. Waldorf-Kita: Das gesamte Konzept basiert auf den Lehren Rudolf Steiners und wird in allen Waldorfkitas angewandt. Wichtige Bestandteile sind das Spielzeug, die Ernährung, Kleidung und Raumgestaltung. Hier wird besonderes Augenmerk auf Natürlichkeit, Naturbelassenheit und wenig Reizüberflutung gelegt. Freies Spiel, Bewegung und ein fester Rhythmus nach den Ideen der Antroposophen stehen im Vordergrund.
Montessori-Kindergarten: Die italienische Ärztin und Reformpädagogin Maria Montessori hat dieses Konzept entwickelt. Das erste Montessori-Kinderhaus wurde 1970 von ihr gegründet. Das wichtigste Prinzip hierbei lautet “dem Kind zu helfen, es selbst zu tun”. Ein Merkmal dieses Konzeptes ist oft das spezielle Montessori-Material, mit dem die Kinder während der Freiarbeit spielen (die ebenfalls einen großen Stellenwert in dieser Pädagogik hat).
Die Kinderkrippe ist auf die Bedürfnisse von Kindern in ihren ersten drei Lebensjahren ausgerichtet. Es gilt hier ein spezieller Betreuungsschlüssel von pädagogischen Fachpersonal, der für Berlin im § 11 KitaFöG geregelt ist. Sie geht wohl zurück auf eine Idee von 1802, als Fürstin Pauline von Lippe-Detmold für „von der Brust entwöhnte“ Kinder bis zum zweiten Lebensjahr eine Krippe eröffnet, um Mütter die Arbeit auf dem Feld zu ermöglichen. Kindertagespflege: Hier werden die Kinder von einer „Tagespflegeperson“ betreut. Vielerorts wird hierbei von „Tagesmüttern“ und „Tagesvätern“ gesprochen. Der Betreuungsplatz wird beim zuständigen Jugendamt beantragt. Die Betreuung findet entweder in gemieteten Räumlichkeiten, im eigenen Haushalt oder bei den Personensorgeberechtigten statt.
Betriebskindergarten: Dieser wird vom Arbeitgeber für die Kinder der Arbeitnehmer angeboten. Am stärksten vertreten ist die Form der Betreuung in der Pflegebranche, da der Großteil der Angestellten weiblich ist und ein an die Betriebszeiten angepasstes Betreuungsangebot ihnen die Arbeit überhaupt erst ermöglicht. Bilinguale Kindergärten: Sie zeichnen sich durch die Mehrsprachigkeit der pädagogischen Fachkräfte aus. In Berlin ist diese Form der Kita vor allem in den Bezirken mit hohem Migrationsanteil entstanden. Die angebotene Zweitsprache in der Kita beschränkt sich nicht auf einzelne Sprachprojekte, sondern ist fester Bestandteil des Alltags.
Waldkita: Hier verbringen Kinder und Fachkräfte den größten Teil des Tages draußen im Wald. Es gibt also kein Kita-Gebäude, sondern höchstens einen Bauwagen. Der erste Waldkindergarten wurde in den 1950er Jahren in Dänemark gegründet. Nachdem Anfang der 1990er Jahre der erste Waldkindergarten in Deutschland staatlich anerkannt wurde, kam es in Deutschland zu vermehrten Gründungen von Waldkindergärten. Kneipp-Kita: Begründer ist der im Jahr 1821 geborene Priester und Hydrotherapeut Sebastian Kneipp. Im Zentrum der Konzeption stehen die Nähe zur Natur und Umwelt und Wasseranwendungen.
Korczak Kindergärten beruhen auf der Ideologie Janusz Korczaks und richten sich fast ausschließlich nach den Bedürfnissen der Kinder. Das freie Spiel hat eine zentrale Rolle inne und Mahlzeiten können flexibel eingenommen werden. Tägliche Kinderversammlungen, in denen die Kinder frei erzählen können, was sie bewegt schulen die Kommunikationsbereitschaft der Kinder.
Nun denkt ihr vielleicht: Ey, hört das nochmal auf? Tatsächlich gibt es noch mehr Beispiele, bestimmt kennt ihr welche.
Alle diese Kitas müssen irgendeine gemeinsame Qualität aufweisen, denn schließlich kriegen ja auch alle das gleiche Geld. Im Land Berlin unterschreiben alle Träger von Kindertagesstätten, die staatlich finanziert werden, eine Qualitätsvereinbarung Tageseinrichtungen (QVTAG), die auf das Berliner Bildungsprogramm verweist.
Nun läuft das andererseits aber auch alles sehr unterschiedlich in den Kitas, weswegen man versucht hat, das BBP möglichst allgemein zu halten. Deshalb lesen wir bei jeder internen Evaluation gemeinsam darin, um erstmal festzuhalten, was dieser Text für uns in den SpielRaum-Kitas überhaupt bedeuten kann. Das Berliner Bildungsprogramm ist weniger dick als die Bildungsprogramme in Bayern oder Brandenburg – aber viel dicker, als die aus Sachsen oder dem Saarland. Inhaltlich ist das alles sehr ähnlich….