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Wie spreche ich mit Kindern?

Gleichwürdige Sprache statt Adultismus

Du scheinst sehr wütend zu sein. Vermutlich bist du Verärgert, weil ich dir eben nicht erlaubt habe, die Werkzeuge rauszuholen?

Du möchtest verstehen, warum ich diese Entscheidung treffe, stimmts?

Du ärgerst dich über mich, Deshalb sagst Du zu „Du bist doof“ zu mir, oder?

Gendersensible Sprache statt geschlechterzuschreibend

„Du darfst frei wählen, ob du die Prinzessin oder den Cowboy oder das Pferd spielen möchtest“

„Wer möchte tragen helfen?“ alle ansprechen

Selbstoffenbarung statt Bewertung

„Du kannst selbst wählen, was und wieviel du essen möchtest. Ich vertraue dir und deinem Hungergefühl!“

„Wenn du nicht mitmachen möchtest, ist das in Ordnung!“

„Was brauchst du um mitmachen zu können?“

„Du magst wohl nicht basteln? Hast du eine andere Idee, was du deinen Eltern zu Ostern schenken könntest?“

„Obwohl du gesagt hast, dass du den Ball aufgeräumt hast, sehe ich ihn dahinten noch in der Ecke liegen. Ich bitte dich, ihn jetzt aufzuräumen“

„Ich bin überfordert. Ich brauche Ruhe“

„Hast du Angst davor, alleine zu fragen? Brauchst du meine Unterstützung?“

Wertschätzung statt Lob

„Ich habe beobachtet, wie sehr du dich angestrengt hast. Auch wenn es schwer war, hast du es am Schluss doch geschafft. Du bist sicherlich stolz auf dich?„

„Du hast deine Schuhe in dein Fach gestellt. Die Reinigungskraft freut sich sicher darüber, denn nun ist der ganze Boden frei und sie kann alles sauber machen.“

Gefühle annehmen statt Gefühle leugnen

„Du ärgerst dich, weil du noch länger draußen im Garten bleiben möchtest oder?

„Brauchst du etwas von mir?“

„Alle Gefühle sind erlaubt und in Ordnung“

„Möchtest du in meinen Arm kommen?“

„Bist du wütend? Erzähl mal, was dich so wütend gemacht hat“.

Positive Sprache statt negative Sprache

„Bleib bitte unten“

„Komm wieder runter vom Stuhl“

„Fahr an John vorbei“

„Lass deine Füße bitte unter dem Tisch“

Klare Sprache statt unklare Sprache

„Wenn einem von euch beiden das nicht mehr gefällt, sagt ihr „Stopp“ ok?“

„Zieh jetzt bitte deine Hausschuhe aus. Nun stell die Hausschuhe ins Regal. Nimm deine Straßenschuhe aus dem Regal….“(schrittweise Unterstützung)

„Nimm bitte die Gabel um die Kartoffeln zu essen“

„Halte dich gut an dem Seil fest!“ (statt „Sei vorsichtig!“)

Einfühlende Sprache statt Androhung

„Du möchtest im Haus bleiben, weil du dein Bild fertig malen willst, oder? Möchtest du es draußen fertig malen?“

„Stopp, Joe mag nicht, wenn du ihn mit der Gabel pikst. Das tut ihm weh. Es macht dir Spaß, wenn Joe so aufschreit, stimmts? Jetzt möchte er in Ruhe essen“

„Du bist wütend, das sehe ich. Ich bin für dich da und helfe dir.“

Verantwortung übernehmen statt Verantwortung abgeben

„Stopp, das will ich nicht! Bitte frag nach der Schaufel. Soll ich dir dabei helfen?“

„Du willst das Auto nicht hergeben. Das ist in Ordnung . Du kannst selbst bestimmen, wann du es hergibst!“

„Ich trage die Verantwortung für dich. Mir ist deine Gesundheit wichtig! Deshalb werde ich mit dir hierbleiben, bis du dir den Sonnenhut aufgesetzt hast.“

Verstehen statt Stigma

„Du willst nicht, dass ich dir die Jacke zumache, oder? Du willst das alleine machen und selbst bestimmen, kann das sein?„

„Du willst gar nicht aufräumen, kann das sein? Ich habe das Gefühl, dass du am liebsten noch ewig weiter mit den Autos spielen würdest. Das macht dir so richtig viel Spaß. Ich habe beobachtet, wie gerne du in letzter Zeit mit diesen Auto spielst. Ich habe im Keller noch eine Autokiste entdeckt; vielleicht können wir die nach dem Essen raufholen. Was meinst du?“ (Bedürfnisse des Kindes benennen und einen Kompromiss anbieten)

Einfühlende Sprache

„Mir ist es wichtig, dass wir jetzt aufräumen, damit wir rechtzeitig beim Essen sind. Ich habe Sorge, dass das Essen kalt wird, weißt du? Komm doch einfach nach, wenn du fertig gespielt hast. Wir warten auf dich im Kinderrestaurant. Wichtig ist mir, dass du die Autos noch in die Kiste räumst, bevor du rüberkommst, ok?“

„Du erzählst mir ganz viele Dinge und kennst dich aus. Ich bin sehr neugierig, was du mir noch zu erzählen hast! Jetzt bin ich gerade dabei, Mia eine Geschichte vorzulesen. Magst du mir vielleicht anschließend nochmal erzählen?“

„Danke, dass du mir Bescheid sagst! Du sorgst dich wohl, dass unsere Regeln nicht eingehalten werden.“ „Wir können gleich mal schauen, warum Nora sich nicht an die Regeln halten konnte.“

Bitte / Dank statt Forderung

„Bitte sprecht etwas leiser. Ich fühle mich gestresst und brauche Ruhe.“

„Ich bin momentan etwas überfordert. Das ist mir einfach zu viel! Frag doch mal Lisa, ob sie dir helfen kann.“

„Danke, dass du eben die Bauklötze in die Kiste geräumt hast, so kann ich durch den Raum gehen.“

„Heute kannst du leider nicht in der Kita bleiben, weil keiner mehr im Haus ist.“

„Danke, dass du Bescheid gesagt hast, bevor du nach draußen gegangen bist. So weiß ich, wo du bist!“

Klare Ansagen

„Wenn der große Zeiger oben ist, dann komme ich aus der Pause wieder“

„Wenn ich mein Brot aufgegessen habe, komme ich zu dir, versprochen.“

Wie spreche ich mit mir selbst

Ich schaffe das, weil ich an mich glaube.

Ich darf mir Hilfe holen!

Ich darf meine Gefühle und Grenzen zeigen!

Ich darf wütend sein

Ich darf mich auch verletzlich zeigen!

Lea Wedewardt: Wörterzauber statt Sprachgewalt - Achtsam sprechen in Kita, Krippe und Kindertagespflege, Verlag Herder, 2022

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  • Zuletzt geändert: 2024/09/11 09:39
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